Die Begegnung am Höhenfeuer

Die Begegnung am Höhenfeuer

Ich bin jetzt seit fünfzehn Jahren selbstständig und habe in dieser Zeit schon so manche seltsame Geschichte gehört. Aber eine wie jene, die mir dieser Kunde erzählte, ist mir noch nie untergekommen.

Ich will jetzt seinen richtigen Namen nicht sagen, nennen wir ihn einfach Daniel. Er gehört zur Silvestergruppe des Ortes, an dem er wohnt, und an Silvester vor drei Jahren war er dem Höhenfeuer zugeteilt. Seine Aufgabe war es, pünktlich um Mitternacht das Feuer zu entzünden. So weit, so einfach, doch dann hatte er diese seltsame Begegnung.

Als er nämlich dort sass und wartete, bis das alte Jahr abgelaufen war, hörte er ein seltsames Geräusch ganz in der Nähe. Er hat es mir zwar vorgemacht, aber ich kann es hier gar nicht mehr richtig wiedergeben. Es klang ein bisschen wie ein geflüstertes Fluchen, vielleicht auch wie ein Seufzen, das mit heftigeren Ausbrüchen abwechselte.

Jedenfalls versuchte er, dem Geräusch auf die Spur zu kommen. Ich kann mir gut vorstellen, wie er im Dunkeln herumstolperte auf der Suche nach der Quelle dieses Jammerns.

Schliesslich traf er auf eine ganz seltsame Gestalt. Sie war sehr klein, reichte ihm knapp bis zur Hüfte. Ihr Gesicht war ganz dunkel, fast schwarz und sie hatte grosse Fledermaus-Ohren. Ihre Arme und Beine wirkten dürr, fast wie aus Holz und sie war in einen Umhang aus Laub gehüllt. Die kleine Gestalt tastete den Boden ab und fluchte leise vor sich hin: „Wo ist er nur? Verflixt nochmal, ich muss ihn wiederfinden.“

Als Daniel die Gestalt ansprach, sprang sie auf und starrte ihm mit geballten Händen entgegen. „Was willst du hier? Hast du ihn gestohlen?“

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