Das Geheimnis auf dem Dachboden

Das Geheimnis auf dem Dachboden

Nina lauschte in die Nacht. Nichts war zu hören, absolute Stille, bis auf das leise Schnarchen ihres kleinen Bruders im Zimmer nebenan.

Sie hasste diese Momente. Irgendetwas musste sie geweckt haben. Aber was? Waren da nicht Schritte zu hören? Sie zog die Decke übers Gesicht.

Aber das war keine Lösung. Sie hörte die Schritte jetzt zwar nicht mehr, konnte aber auch nicht mehr hören, ob sie sich näherten oder entfernten. Was sollte sie nur tun? Das Leben als 10-jähriges Mädchen war so kompliziert!

Mama wurde immer wütend, wenn sie sie nachts weckte, Papa war vor Jahren weggegangen. Mama hatte nie gesagt, wohin. War er vielleicht gestorben? Aber das hätte Mama doch bestimmt erzählt. Es hätte eine Beerdigung gegeben wie bei Opa im letzten Jahr.

Schliesslich rang sie sich dazu durch, ihre Nase wieder unter der Bettdecke hervorzustrecken, sie konnte endlich wieder durchatmen. Doch das brachte auch die Dunkelheit und die Geräusche zurück. Irgendwo knackte ein Balken, vielleicht auf dem Dachboden?

Ich sollte mich einfach zur Seite drehen und weiter schlafen, dachte Nina, da ist bestimmt nichts Besonderes. Doch das war jetzt natürlich unmöglich, zumal sich jetzt auch noch ihre Blase bemerkbar machte. Sollte sie versuchen, es zurückzuhalten bis zum Morgen? Oder sollte sie sich auf den schwierigen Weg hinaus in den Korridor und zum Badezimmer wagen? Wer weiss, was für Gefahren dort lauerten. Die Schritte, die sie gehört hatte, gehörten vielleicht einem Eindringling? Und wenn es nichts dergleichen war, konnte sie immer noch ganz viele unangenehme Situationen erleben. Vielleicht war da auch eine Spinne. Nina ekelte sich vor diesen achtbeinigen Ungeheuern. Wenn sie nun im Dunkeln nach dem Lichtschalter tastete und dabei eines dieser haarigen Geschöpfe berührte? Unvorstellbar! Sie drehte sich um, schlang ihre Decke um sich und mümmelte sich so richtig darin ein. Sie ignorierte alle Geräusche und wartete, bis der Schlaf sie doch wieder in seine stillen Arme bettete. Wenn da nur die Blase nicht wäre, die auf ihrem Recht geleert zu werden beharrte.

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