Schlafstoerungen

Schlafstörungen

Vor Kurzem habe ich einen Patienten mit Schlafstörungen behandelt. Eine einfache Sache, würde man meinen, doch dieser Fall sprengte die Grenzen des Normalen.

Dieser Patient, nennen wir ihn Richard, war frisch verliebt, wurde aber von Albträumen geplagt, jedes Mal, wenn seine Freundin bei ihm übernachtete.

Zunächst hatte er geglaubt, das würde sich mit der Zeit von selbst erledigen, doch seine Schlafstörungen hielten an. Und so kam es, wie es kommen musste: Er schlief bei der Arbeit ein und verursachte diesen Unfall, bei dem das halbe Labor ausbrannte.

Auf Anraten seines Arbeitgebers kam Richard dann zu mir in die Therapie. Er erzählte mir, dass seine Albträume sich im Wesentlichen darum drehten, dass seine Freundin sich im Schlaf auf ihn drauf setzte und bei ihm Milch saugte wie ein Baby bei seiner Mutter.

Eigentlich ein klarer Fall. Der Traum deutete darauf hin, dass er unbewusst das Gefühl hatte, seine Freundin beanspruche zu viel von seiner Energie und seiner Zeit. Doch unsere Arbeit in dieser Richtung brachte keinerlei Veränderung. Richard wollte sich natürlich nicht von ihr trennen, allerdings schliefen sie kaum noch im gleichen Bett.

Erst nach vielen erfolglosen Sitzungen und Dutzenden von Supervisionsstunden stieß ich im Internet auf eine ganz ähnliche Geschichte. Allerdings nicht auf einer Psychologie-Website, sondern in einem okkulten Online-Lexikon.

Da ich inzwischen nach jedem Strohhalm griff, beschloss ich, dass es Zeit war, lieber einen irrwitzigen Versuch zu unternehmen, als in der Therapie zu scheitern. Ich las also genau, was zu tun wäre und machte mich daran, den Plan umzusetzen.

Dafür musste ich allerdings alleine in Richards Wohnung und dort geheime Vorbereitungen treffen, bevor er mit seiner Freundin in seinem Bett schlafen sollte.

Widerwillig stimmte er meinem Plan zu und als ich ihm seinen Schlüssel zurückgab, fragte er: „Glauben Sie, dass es funktioniert?“

Ich hoffe doch.“

Am nächsten Morgen erschien Richard verstört und aufgebracht in meiner Praxis und schrie: „Was haben Sie da für eine Teufelei angestellt?“

Er erzählte mir, dass er mitten in der Nacht ein lautes Zischen gehört hätte und das ganze Schlafzimmer von Rauch erfüllt gewesen sei. Seine Freundin sei verschwunden und er hätte keine Ahnung wohin. Auch am Handy sei sie nicht mehr zu erreichen.

So erklärte ich ihm, dass seine Freundin eine Drude war, ein Monster, das Menschen die Seelen aussaugt. Dass ich mit Kreide ein Pentagramm unter sein Bett gemalt hatte, was ein gängiges Mittel war, um Druden zu bannen und zu vertreiben.

Ich war ziemlich stolz auf meine Leistung, nur leider stürmte er trotzdem wütend aus meiner Praxis und verfluchte mich, weil ich seine Freundin vertrieben hatte.

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