Die Schweizer und das Deutsche

Die Schweizer und das Deutsche

Auch wenn wir es nicht gerne hören, Schweizerdeutsch ist eben doch nur ein Deutscher Dialekt. Und als solcher hat er natürlich seine Eigenarten, die manchem Deutschen vielleicht etwas seltsam vorkommen.

Diese Gedanken haben mich heute während meines Lauftrainings beschäftigt. Und da fängt es ja auch schon an mit den Unterschieden. Wenn ein Schweizer sagt «Ich bin gelaufen», dann meint er damit nämlich «Ich bin zu Fuss gegangen.» Bei uns ist das oft sonntags der Fall, wenn die ganze Familie gemeinsam «laufen geht», eben einen Sonntagsspaziergang unternimmt.

Wenn wir tatsächlich gelaufen wären, würden wir je nach Tempo sagen «Ich war rennen» oder «Ich war joggen». Ausser natürlich, wenn wir an einem Wettbewerb teilnehmen, einem Marathon zum Beispiel. Das nennen wir dann natürlich weder «rennen» noch «joggen», sondern «einen Lauf». Logisch oder.

Bei uns in St. Gallen gibt es jedes Jahr den Auffahrtslauf. Das ist dann eben ein Halbmarathon, der an Auffahrt stattfindet, oder wie ihr in Deutschland vermutlich sagen würdet: an Christi Himmelfahrt. Und so wie sich diese 21 km jeweils anfühlen, bin ich auch eher geneigt, diesen Event «Himmelfahrtslauf» zu nennen.

Da war schon die nächste schweizerische Eigenart: der Event. In Deutschland kennt ihr das vermutlich eher als «das» Event.

Diese ganzen Schweizer Eigenarten haben bestimmt schon bei dem einen oder anderen Lektor in Deutschland für Stirnrunzeln gesorgt. Auch wenn ich mich anstrenge und meine Texte jeweils vom Duden-Korrektor überprüfen lasse, entwischt mir auch manchmal eine dieser Spezialitäten. Als nicht böse sein, liebe Lektorinnen und Lektoren, einfach korrigieren.

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